Deutschlands schönste Wanderungen: Zur Mohnblüte im Frau-Holle-Land in Hessen
Wunderschöne Wanderung um den Hohen Meißner in Nordhessen. Dieser Berg verdankt seine Bekanntheit den Brüdern Grimm. Sie fanden hier unzählige Sagen von Frau Holle und schrieben sie nieder. Die Tour führt zu einigen der bekanntesten Schauplätzen des Märchens. ▶ Die Tour zum Nachgehen findest du in unserer *HOME of TRAVEL App!* Jetzt kostenlos herunterladen! - App Store: https://apps.apple.com/de/app/home-of-travel/id6742106195 - Google Play Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.homeoftravel.homeoftravel ▶ Kameraequipment: Wir filmen mit GoPro HERO 13 black, Insta360 X5, DJI Mini 3 Pro und für die *hochwertigen Aufnahmen* mit der OM-5 Mark II, die uns auf allen Touren begleitet. Hier erfährst du mehr: https://linkly.link/2kQle Unser Tag startet in Germerode, und wir haben genau die richtige Zeit erwischt. Denn gerade blühen hier die Mohnfelder in den unterschiedlichsten Farben. Zwischen den Blüten summt es überall, Bienen und Hummeln sind im Einsatz und bestäuben die Felder. Am besten könnt ihr dieses Naturschauspiel von Ende Juni bis Anfang Juli erleben. Es gibt sogar extra angelegte Mohnwanderwege, die mitten durch die Felder führen. Warum hier ausgerechnet so viel Mohn wächst? Die Pflanze kommt mit den kargen Böden der Region besonders gut zurecht. Aus den geernteten Samen entstehen später regionale Spezialitäten. Nach diesem wunderschönen Start machen wir uns auf den Weg, um einmal den Hohen Meißner zu umrunden. Zunächst geht es immer tiefer hinein in den „hessischen Dschungel“. Der Wald wirkt wild, grün und richtig verwunschen. Unser erstes großes Highlight ist die Kitzkammer. Diese Felsformation sieht aus, als hätte jemand die Steine von Hand übereinandergestapelt. Tatsächlich ist sie aber durch pure Naturgewalt entstanden. Zu sehen sind erkaltete Basaltsäulen, also festgewordene Lava. Der Sage nach soll auch Frau Holle hier ihre Spuren hinterlassen haben. Angeblich verwandelte sie zänkische Mädchen in Katzen und sperrte sie in der Kitzkammer ein. Danach wird die Wanderung durchaus sportlich. Es gilt einige Höhenmeter zu überwinden, und das bei ordentlicher Hitze. Zum Glück laufen wir viel im Schatten. Immer wieder sehen wir mächtige Felsbrocken im Wald liegen. Über die Seesteine wandern wir weiter zu einem Blockmeer. Diese Felsbrocken sind durch Frostsprengung entstanden: Wasser ist in Ritzen im Gestein gelaufen, gefroren, hat sich ausgedehnt und dadurch die Steine aus dem Berg gesprengt. Mitten im Wald stoßen wir dann plötzlich auf einen echten Lost Place. Ein verlassenes Haus steht einfach zwischen den Bäumen, daneben alte Loren aus dem Bergbau. Wir sind im Schwalbental, einer ehemaligen Bergbausiedlung. Hier wurde schon seit dem 16. Jahrhundert Braunkohle abgebaut. Früher standen hier viele kleine Häuser, doch 1907 holte sich die Natur den Ort zurück. Weil der Berg durch zahlreiche Stollen durchlöchert war, kam es zu einem gewaltigen Erdrutsch. Heute steht hier nur noch das ehemalige Haus des Bergamts. Von dort steigen wir weiter hinauf Richtung Kalbe. Oben angekommen werden wir mit einem richtig schönen Weitblick belohnt. Die Aussicht reicht bis weit über den Thüringer Wald, und am Horizont ist sogar der Große Inselsberg zu erkennen. Wenn wir den Blick weiter schweifen lassen, sehen wir auch Richtung Rhön und Wasserkuppe. Und unten im Tal liegt Germerode, wo wir morgens zwischen den Mohnfeldern gestartet sind. Mit etwas Glück kann man hier oben sogar Wanderfalken beobachten. Ein weiterer Aussichtspunkt gibt den Blick auf den Kalbesee frei. Dahinter ragt die Stinksteinwand auf. Manchmal liegt hier ein leichter Schwefelgeruch in der Luft. Der Grund dafür ist ziemlich außergewöhnlich: Tief im Berg glüht bis heute Kohle. Es brennt also gewissermaßen mitten im Hohen Meißner. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Frau-Holle-Teich. Der kleine See liegt idyllisch im Wald und wirkt tatsächlich märchenhaft. Einer alten Sage nach soll ganz unten am Grund das silberne Schloss von Frau Holle stehen. Lange bevor die Brüder Grimm die Geschichten rund um Frau Holle niedergeschrieben haben, glaubten die Menschen, dass dieser Teich der Eingang in ihr Reich sei. In der Region erzählte man sich sogar, dass die Kinder nicht vom Klapperstorch gebracht wurden, sondern aus diesem See von Frau Holle kamen. In der Mohntenne wartet zum Schluss eine ganz besondere Spezialität: Mohnbratwurst. In der Bratwurst stecken kleine Mohnkörner, und ich bin natürlich gespannt, ob man die auch herausschmeckt. Dazu gibt es anschließend noch Mohnkuchen. Ein perfekter Abschluss. Wenn euch das Video gefallen hat, freue ich mich wie immer über einen Daumen nach oben. Abonniert gerne den Kanal, wenn ihr zukünftig keine weiteren Tourentipps und besonderen Orte in Deutschland verpassen wollt.